Freitag, 15 Dezember 2017
 
 
Geschichte

Die Geschichte des Heimatbundes der Grafschaft Schaumburg und seines Museums 1908 - 1958


Vorgeschichte

Der Heimatbund der Grafschaft Schaumburg kann in diesem Jahr auf ein bemerkenswertes Jubiläum zurückblicken. Aus mehr als 150 Jahre alten Wurzeln entstand eine nunmehr 100-jährige kontinuierliche Vereinstradition, die aus der Monarchie des Kaiserreiches durch zwei Weltkriege und NS-Diktatur, durch soziale, politische und wirtschaftliche Katastrophen bis in die Demokratie und Friedensgesellschaft der Bundesrepublik führte.

Der vorliegende Text unternimmt den Versuch, die wichtigsten Ereignisse und Wendepunkte in der Vergangenheit des Vereins vorzustellen. Er beschränkt sich vor dem Hintergrund der Fülle des bislang noch unaufbereiteten Quellenmaterials auf die erste Hälfte seines Bestehens bis 1958. Die Geschichte des Heimatbundes hätte eine ausführlichere und natürlich zeitlich vollständige Darstellung verdient. Sie ist erst mit längerer Vorbereitung und nach gründlicher Verzeichnung des Archivbestandes zu leisten und bleibt ein Projekt für die Zukunft.

Es ist nicht leicht die Anfänge planmäßiger Geschichts- und Heimatarbeit im Schaumburger Land genau zu bestimmen. Mehreren hoffnungsvollen Ansätzen und Initiativen folgten Rückschläge und Niedergänge. Gewiss ist lediglich, dass die Vorgeschichte des Heimatbundes bis weit in das 19. Jahrhundert zurückreicht. Auf den ersten Blick scheint der Februar 1879 ein greifbares Datum zu sein. Damals gründeten Honoratioren aus Stadt und Kreis Rinteln den „Schaumburger Zweigverein für hessische Geschichte und Landeskunde“, ein Zusammenschluss, der sich der historischen Forschung und explizit auch der Gründung eines Museums widmen wollte. 1879 ist das Geburtsjahr der Museumsidee und der institutionalisierten Geschichtsarbeit.

Doch bereits mehr als vierzig Jahre zuvor, noch in hessischer Zeit, waren Schaumburger an der Gründung des Vereins für Hessische Geschichte und Landeskunde in Kassel beteiligt gewesen.   Dieser Verein, der heute zu den ältesten und traditionsreichsten Altertumsvereinen seiner Art in Deutschland gehört, hatte es sich 1834, in Zeiten turbulenter Verfassungskämpfe und patriotischer Bürgerbewegungen, zur Aufgabe gemacht, „über den Zustand und über die Geschichte unseres Vaterlandes genauere und umfassendere Forschungen anzustellen“.
Das Aktionsgebiet dieses neuen, rein wissenschaftlichen Vereins erstreckte sich auf ganz Kurhessen und damit auch auf die Grafschaft Schaumburg, die bereits im Gründungsjahr mit zwei historisch versierten Mitgliedern vertreten war. Rintelns Gymnasialdirektor Dr. Boclo und Dr. Piderit, Pastor an St. Nikolai befanden sich zudem in prominenter Gesellschaft. Neben den Brüdern Jakob und Wilhelm Grimm stand auch der Name des reaktionären hessischen Staatsministers Hassenpflug auf der Mitgliederliste.
Die Mitglieder der Schaumburger Untergruppe des Vereins entfalteten in den folgenden Jahren eine beachtliche Aktivität. Nicht weniger als 11 längere Abhandlungen und zwei Monographien wurden bis 1865 veröffentlicht, darunter das Schaumburgische Urkundenbuch von Carl Wilhelm Wippermann. Hinzu kam eine bedeutende Zahl an Vorträgen und Exkursionen. Doch in den 1860er Jahren ließen die Vereinsaktivitäten vorübergehend nach, offenbar, weil mit der Aufhebung der restriktiven Vereinsgesetze nun auch andere Vereine wie Abendverein, Liedertafel, Turnverein, Freiwillige Feuerwehr,  etc. für Geselligkeit, Abwechslung und Anregung sorgten. Erst Ende der 1870er Jahre ist unter der Leitung des Gymnasialdirektors Dr. Buchenau eine Wiederbelebung festzustellen.
Buchenau war es auch, der die Idee einer umfassenden Sammlung vaterländischer Altertümer ins Werk setzte. Hierfür allerdings waren zunächst einmal eigene finanzielle Mittel vonnöten, die die Möglichkeiten des hessischen Gesamtvereins überstiegen. Man entschied sich daher für die Gründung eines eigenen Schaumburger Zweigvereins, der allerdings unter dem Dach des Kasseler Gesamtvereins verblieb. Dies geschah am 24. Februar 1879.
Die Gründerväter dieses ambitionierten Projekts machten in ihrem Anspruch nicht vor den Kreis- und Landesgrenzen halt. Zu ihrem Aufgabengebiet zählten sie anfangs auch die Geschichte und Landeskunde des Fürstentums Schaumburg-Lippe. Doch der patriotische Stolz der schaumburgischen Vettern im Norden ließ eine Gemeinschaft mit den Rintelner Preußen von der anderen Seite des Wesergebirges offenbar nicht zu. In Bückeburg konstituierte sich 1890 ein eigener Geschichtsverein für Schaumburg-Lippe.

Ausgestattet mit neuen rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten fasste der junge Schaumburger Zweigverein für hessische Geschichte und Landeskunde noch in seinem Gründungsjahr Mut und Kraft für ein neuartiges, ungemein ehrgeiziges Ausstellungsprojekt. Hunderte seltener und kostbarer landesgeschichtlicher Raritäten sollten in den Räumen des Rintelner Abendvereins im Haus Klosterstraße 35 erstmals einem breiten Publikum vorgestellt werden. Es gelang dabei, zahlreiche Exponate von den umliegenden Adelshöfen, aus dem Schloss in Bückeburg, aus den Amtsstuben der Behörden oder aus der Altertümersammlung der Stadt im Rathaus zu entleihen.
Die Ausstellung wurde am 26. August 1879 feierlich eröffnet. Dem von musealen Eindrücken noch unbeeindruckten Publikum erschloss sich beim Eintreten in den Festsaal durch eine hohe Flügeltür ein breites Panoptikum der Landesgeschichte. Zahlreiche Gemälde früherer Landesfürsten, zum Teil mit ihren Gemahlinnen, ein lebensgroßes Porträt des Generals von Hanstein, der die hessischen Truppen in Amerika befehligte, Glasbilder und Scherenschnitte alter Rintelner Familien, Altargefäße aus Fischbeck und Obernkirchen, gusseiserne Ofenplatten aus dem Möllenbecker Refektorium wie auch aus Bauernhäusern der Umgebung, Paramentenstickereien und Schaumburger Trachten mit Schmuck aus Bernsteinen „in der Größe von Kartätschenkugeln“, wie das Rintelner Kreisblatt anerkennend feststellte.
Doch damit nicht genug. Zu sehen waren auch volkskundliche Raritäten, Intarsienmöbel aus Dankersen, Uhren, darunter eine echtes „Nürnberger Eierlein“, Münzen, Medaillen, Richtschwerter, mittelalterliche Urkunden, Degen hessischer Herrscher bzw. Offiziere, prähistorische Fundstücke aus dem Wesertal, und vieles andere mehr.
Die Ausstellung hatte regen Zuspruch. Zahlreiche Besucher kamen – Rintelns neuer Bahnhof machte es möglich - auch aus Hannover, Hameln oder Herford. Die Resonanz war ausgezeichnet und gab den Ansporn für die Intensivierung der Museumspläne.

Mit Gerichtsassessor Adolf Dunker berief man einen Kustos und Sammlungsverwalter, der sich um die Überlassung eines Raumes für die Sammlungen des Vereins bemühte. Tatsächlich gestattete das Königliche Provinzial-Schulkollegium am 19. August 1886 die Nutzung eines Zimmers im alten Klostergebäude am Kollegienplatz, das nach dem Fortgang des Technikums ungenutzt war.

Die Freude über diesen Erfolg beflügelte die Mitglieder des Vereins, der sich nun in die Lage versetzt sah, „der eigentliche Mittelpunkt für die Aufbewahrung und Erhaltung von Altertümern in unserer Grafschaft zu werden.“ „Wir hoffen“ hieß es zuversichtlich im Mitteilungsblatt des hessischen Gesamtvereins, „dass hierdurch der Grund zu einem Schaumburger Museum gelegt ist, dessen Existenz bei der vereinzelten Stellung der Grafschaft wohl berechtigt erscheint.“
Doch im selben Jahr gab es auch einen herben Rückschlag. Mit der Versetzung des Rintelner Pastors Hüpeden nach Kassel verloren die Altertumsfreunde einen ihrer Aktivsten. Es folgten weitere Ernüchterungen. Der Abbruch des Westflügels des ehemaligen Kloster- und Universitätsgebäudes für den Neubau des reformierten Pfarrhauses im Jahr 1890 und der damit verbundene Verlust des Sammlungsraumes nahmen dem Verein wieder seinen wichtigsten Bezugspunkt, so dass die Vereinstätigkeit bald völlig zum Erliegen kam.  Auch die 1896 begangene 1000-Jahrfeier Möllenbecks und das lebhafte öffentliche Interesse an den Ausgrabungen auf der Hünenburg bei Todenmann 1897 brachten keinen neuen Aufschwung. Die Mitgliederzahl des Vereins schmolz von 32 im Jahr 1886 auf 15 im Jahr 1897 zusammen.

Ungeachtet des Niedergangs in Rinteln erfuhr zur selben Zeit die Heimatbewegung in anderen Teilen Niedersachsen eine breite Belebung. Denn anders als es das verbreitete Klischee vom behäbigen und wertkonservativen Kaiserreich glauben macht, war das Wilhelminische Zeitalter von starken kulturellen und sozialen Umbrüchen geprägt, die den Blick aus einer als unruhig und zunehmend fremd empfundenen Gegenwart auf die Vergangenheit lenkten. Dies betraf insbesondere Nord- und Mitteldeutschland. Mit der Annexion Hannovers und Hessens durch Preußen und der folgenden Reichsgründung waren die eingegliederten Gebiete und die noch verbliebenen Kleinstaaten politisch wie auch in ihren kulturellen Identitäten und Traditionen in die Defensive geraten. Die Folge war eine parallele Ausgleichsbewegung, die den egalisierenden Tendenzen des neuen Nationalstaats eine verstärkte Hinwendung zum Bedrohten, zum Regionalen, entgegensetzte. 
Unversehens erfuhr die Vergangenheit, zumeist in romantischer Verklärung, eine neue Aufwertung. Träger dieser Rückbesinnung war vor allem das Bildungsbürgertum, während andere, eigentlich parallele Reformbewegungen, wie etwa die Jugendkultur des Wandervogels durch den Generationenunterschied und seine antiintellektuelle Grundeinstellung eigene Wege gingen.
Überall traten plötzlich um 1900 neue Vereine, Museen und Zeitschriften zur Heimatkunde ins Leben: der 1901 gegründete „Heimatbund Niedersachsen“, der erste Niedersachsentag 1902,  der „Vertretertag niedersächsischer Vereine“ 1905, aus dem der Niedersächsische Heimatbund hervorging, und 1908 die erste „Wissenschaftliche Konferenz zur Heimatkunde“. Als publizistisches Sprachrohr diente die 1895 gegründete Zeitschrift „Niedersachsen“.

In Rinteln bedurfte es schließlich neuer Anstöße aus unmittelbarer Umgebung, wie der Eröffnung des durch den Fürsten geförderten Schaumburg-Lippischen Landesmuseums in Bückeburg 1905 und der Eröffnung des Museums in Hameln im selben Jahr, um wieder neuen Ehrgeiz zu entfachen, wobei der seit 1878 bestehende Verschönerungsverein eine wichtige Rolle spielte. Er stand der Idee der Heimatpflege thematisch am nächsten, so dass sich in seinen Reihen gleich mehrere Mitglieder fanden, die bereit waren, die lang gehegten Museumspläne nun endlich in die Tat umzusetzen.  Insbesondere der Vorsitzende, der Rintelner Apotheker und Obstkelterer Hermann Opitz, sowie der Gymnasialoberlehrer Prof. Ludwig Schwarz machten sich für das Vorhaben stark, konnte ein Museum doch über seine Bildungsfunktion hinaus auch ein wichtiger Anziehungspunkt für den aufblühenden Fremdenverkehr sein. 
Voraussetzung für eine Museumsgründung waren freilich geeignete Räume, die die Sammlungen aufnehmen und präsentieren konnten. Hier gelang ein Durchbruch mit der Renovierung des Voßschen Hauses Brennerstraße 19, einem Gebäude, dessen kulturhistorische Bedeutung erst kurz zuvor von Seiten des Regierungsbezirks Kassel hervorgehoben worden war.  Zu Recht galt es als „eine der interessantesten alten niedersächsischen Bauten Rintelns“. Dessen Eigentümer, der Kaufmann Ludwig Voß, ließ das Haus, dessen Nordfassade nun unter Denkmalschutz gestellt wurde, unter fachkundiger Beratung aus Hannover renovieren und in seinem Kernbereich mit der Diele und mehreren Räumen im ersten Obergeschoss für Museumszwecke zur Verfügung stellen.

Der Verein

Von Anfang an wurde das Museum als kommunale Bildungsaufgabe wahrgenommen, so dass sich Magistrat und Kreisausschuss auf die jeweils hälftige Übernahme der Mietbelastungen einigten. Landrat Hans Dietrich von Ditfurth, ein höchst engagierter Beamter, dem der Landkreis viel zu verdanken hatte, fand sich zudem bereit, den Vorsitz eines neu zu gründenden Trägervereins zu übernehmen. Mittels dieses Vereins sollte die Landrat v. Ditfurtheigentliche Museumsarbeit in ehrenamtlichen Händen liegen und über eine möglichst breite Basis in der Bevölkerung verfügen.

Die formelle Gründung des „Museumsvereins für die Grafschaft Schaumburg“ erfolgte „unter glücklichen Auspizien “ am Pfingstsonntag, dem 9. Juni 1908. Eingeladen waren ausschließlich männliche Vertreter des gehobenen Bürgertums: Lehrer, Apotheker, Bürgermeister, Fabrikanten, Pfarrer und hohe Verwaltungsbeamte, die sich zunächst zur Besichtigung des Voßschen Hauses zusammenfanden. Nach der Inspektion der neuen Räume ging es in den Ratskeller, wo in einer gemeinsamen Sitzung der Verein aus der Taufe gehoben wurde. In seiner einführenden Rede fasste Landrat von Ditfurth noch einmal die Vorgeschichte zusammen und umriss mit der Vorstellung der Satzung die Ziele des zukünftigen Museums, wobei er sich bemühte, deutlich zu machen, dass die Pflege von Kultur und Historie nicht allein im Interesse des Bildungsbürgertums liege.
Denn „nicht eine Gruft für alte Sachen“ solle das Museum werden, sondern sich mit Anspruch der Gegenwart und Zukunft zuwenden. So könne etwa die Rückbesinnung auf alte Qualität „das Selbstbewusstsein des Handwerks stählen im Kampf gegen die Dutzendware der Industrie“. Den Schaumburgern biete es Gelegenheit, nicht nur mit Stolz die Uniformen der Soldaten zu bewundern, sondern auch die heimischen Landestrachten, die von der„gediegenen und soliden Arbeit unserer Väter“ Zeugnis gäben. Außerdem sei das gemeinsame altruistische Vorhaben schon an sich ein schöner Zweck. „Ihr werdet euch“ sprach er feierlich, „fern von Tand glücklicher fühlen“.
Daraufhin wurde zu den Formalien übergegangen. Nicht weniger als 42 Gründungsmitglieder aus allen Teilen des Landkreises unterzeichneten die vorbereiteten Statuten, in denen unter § 1 das Vereinsziel folgendermaßen umrissen war:

„Der Museumsverein der Grafschaft Schaumburg bezweckt die Ausbreitung und die Pflege der Kenntnisse über die Vergangenheit der Grafschaft Schaumburg und über ihre weitere Entwickelung auf den Gebieten der Naturkunde, der Volkskunde und der Geschichte. Zu diesem Zwecke wird er bemüht sein, die vorhandenen Naturdenkmäler festzustellen und für ihre Erhaltung möglichst an Ort und Stelle zu sorgen, er wird sich ferner bemühen, Sitten und Sagen vergangener Zeiten zu sammeln und vor dem Vergessen zu schützen und endlich Gegenstände aus allen Gebieten der Natur und des Lebens, welche für die Naturkunde und für die Kunde der geschichtlichen und kulturellen Entwickelung der Grafschaft Schaumburg wichtig sind, zu sammeln, in passender Weise auszustellen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, damit dieselbe daraus Belehrung und Anregung schöpfe. Ferner wird der Verein lokalhistorische Forschungen nach Möglichkeit fördern und unterstützen, er wird sich bemühen, durch Veranstaltungen von Vorträgen die Ergebnisse derselben der Allgemeinheit zugänglich zu machen.“

Mit einer Mark war der jährliche Mindestbeitrag für die Mitgliedschaft bewusst niedrig angesetzt, um den Verein auch für weniger Betuchte und Schüler offen zu halten. Gleichzeitig stellte eine Eingangsspende von mehr als 50 Mark für „Stifter des Vereins“  lebenslange Beitragsfreiheit in Aussicht.

Nach dem eigentlichen Gründungsakt bot sich für die Anwesenden bei einem gemeinsamen Mittagessen Gelegenheit zur leiblichen Stärkung, worauf sich am Nachmittag ein Ausflug zum Waldkater anschloss. Den Höhepunkt des Tages bildete schließlich das Einlaufen eines Telegramms des prominentesten Schaumburger Landsmannes, des Berliner Verlegers Julius Rodenberg: „Den lieben Schaumburger Landsleuten herzliche Grüße und dem Museumskinde zum Geburtstage innigen Glückwunsch. Julius Rodenberg“

Das Museum

Mit der formellen Gründung des Trägervereins war nun der Anfang für das Museum gemacht, und noch im Herbst 1908 konnte damit begonnen werden, Ausstellungsobjekte aus vorhandenen Sammlungen und privatem Besitz zusammenzutragen. Den wichtigsten Grundstock bildeten die Sammlungen des schaumburgischen Zweigvereins, der Rintelner Präparandenanstalt und die Altertümersammlung der Stadt Rinteln.Altes Museum 1908 - 1936
Die älteste dieser Sammlungen, die der Stadt Rinteln, kam nur leihweise in den Besitz des Museums. Sie bestand in erster Linie aus Waffen der ehemaligen Bürgergarde, Uniformteilen, Fahnen, Siegeln, einzelnen Urkunden, dem Richtschwert, außerdem Löscheimern und Feuerhörnern. Die als Schenkung einverleibte Sammlung des schaumburgischen Zweigvereins dagegen umfasste neben dem bedeutenden Katheder der Universität Altargeschirr, kostbare Medaillen und eine Sammlung prähistorischer Funde wie Steinbeile, Geweihe und eine Lanzenspitze, daneben Relikte aus der bürgerlichen Wohnkultur wie Lampen, Zinngeschirr und dergleichen. Schließlich ist noch als dritte Sammlung die der Präparandenanstalt zu nennen. Diese erst 1906 gegründete Lehrerausbildungsstätte in der Dauestraße hatte innerhalb weniger Jahre über ihre aus dem ganzen Landkreis stammenden Schüler vor allem Volkskundliches wie Textilien und bäuerlichen Hausrat sowie sporadische Bodenfunde zusammengetragen. 
Zu diesen Sammlungen gesellten sich zahlreiche Schenkungen und Leihgaben aus privater Hand. Die wichtigste dieser Art kam von einer Tochter Dingelstedts. Sie überließ dem Museum einen umfangreichen Nachlass ihres Vaters, bestehend aus Möbeln, Bildern, Büchern, Briefen und Erinnerungsstücken des Dichters, dessen Andenken im neuen Museum ein eigener Raum gewidmet wurde. Die Stadt Hessisch Oldendorf stellte die Folterinstrumente des letzen Scharfrichters und zahlreiche Siegel zur Verfügung, gleichzeitung wurden die ersten Trachtenstücke erworben. Zu den bedeutendsten Stiftern aus der Stadt gehörten ein betagtes Fräulein Aschenbach vom Josua-Stegmann-Wall sowie die Vorstandsmitglieder von Ditfurth, Schwarz und Braunhof.

Bei der Einrichtung der Museumsräume trat unter Beratung durch Professor Haupt aus Hannover die Rekonstruktion der Diele im Stil des frühen 17. Jahrhunderts in den Vordergrund. Die Schaumburger Zeitung schrieb dazu: „Der offene Herd, der sich heute nicht mehr in Bürgerhäusern vorfindet, soll den Mittelpunkt bilden, um den sich Altväter-Hausrat wie Truhen, alte Schränke, Geweihe zu Einrichtungszwecken, Waffen, Fahnen und dergleichen gruppiert. (…) Sie sollen späteren Geschlechtern zeigen, wie bescheiden unsere Vordern gewesen sind, in Bezug auf Raum, und wie anspruchsvoll, wenn es hieß ´Schmücke dein Heim´ “ . 
Dazwischen waren Vitrinen arrangiert mit Kostbarkeiten und Raritäten aus allen Teilen der Regionalgeschichte, Knochenreste aus „grauester Vorzeit“, Rodenberger Tracht, kunstvoll geschmiedete Türschlösser, Blaufärberutensilien und Zunftbriefe.
Die thematisch weitgehend ungeordnete, summarische Präsentation entsprach dem Stil der Zeit. Ein Museum sollte durch Fülle und Pracht, durch Altertümlichkeit und Kuriosität beeindrucken und neugierig machen. Es war weniger ein Haus der historischen Wissensvermittlung, sondern vielmehr ein Ort der Erinnerung an fast Vergessenes, ein Ort der rätselhaften Vermächtnisse der Ahnen. Diese Besinnung sollte als „Quelle neuer Kraft in der Unrast unserer Tage“ nachwirken und den Blick für das Schöne, Wahre und Gute schärfen. Darüber hinaus galt es, verdienten Künstlern ein ehrendes Andenken zu widmen. Neben dem Dingelstedtzimmer war auch schon ein Anfang für ein Kröner-Zimmer gemacht. Der in Rinteln geborene Jagdmaler, eine weithin berühmte Koryphäe seines Fachs, hatte auch nach seinem Fortgang nach Düsseldorf Verbindungen zur Weserstadt gehalten. Als er 1911 starb, bemühte sich der Museumsverein um Werke aus seinem Nachlass und erhielt neben Zeichenstudien, seiner Staffelei und einigen frühen Arbeiten ein großes Porträtbild des Malers, außerdem den Abguss seiner Totenmaske. Schließlich war das Haus selbst elementarer Teil des Konzepts. Nach dem Urteil des hannoverschen Professors waren der Umbau und die angrenzende Gartenanlage eine der glücklichsten Rekonstruktionen, die er bisher kennen gelernt hatte.
Knapp zwei Jahre benötigten Sammlung und Gestaltung, bis das Haus Brennerstraße 19  am 13. Februar 1910 für die Besucher eröffnet werden konnte. Als Museumswart für die nun erforderlichen regelmäßigen Öffnungszeiten fungierte der Hauseigentümer Ludwig Voß.
Ludwig Voß, Museumsleiter 1909 - 1936Doch dem Museum war ein schwieriger Start beschieden. Zwar spielte es im Rahmen der aufwändigen Dingelstedtfeier im Sommer 1914 mit seiner Dauerausstellung noch eine zentrale Rolle, doch nach Ausbruch des Krieges wurde es bald still um den neuen Verein und seine Wirkungsstätte. Zwar konnte der Betrieb auch während des Krieges aufrecht erhalten werden - auch die genesenden Soldaten der Lazarettstadt Rinteln frequentierten nun das Haus - doch ließ der Kriegsalltag die Beschäftigung mit Kultur und Geschichte weitgehend in den Hintergrund treten.

Neukonstituierung nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Krieg hatte der Museumsverein einige Mühe, sich wieder zusammenzufinden. Mit dem Tod des Vorsitzenden Hans v. Ditfurth 1917 blieb diese Funktion jahrelang vakant. Auch das Vorstandsmitglied Prof. Schwarz starb 1919, hoffnungsvolle jüngere Mitglieder wie der Lehrer Richard Zumwinkel waren gefallen. Der zweite stellvertretende Vorsitzende und Kassenwart Pfarrer Braunhof war in dieser Zeit ein wichtiges Element der Kontinuität. An seine Seite wählte die von nur 13 Mitgliedern besuchte Generalversammlung vom 27. Mai 1920 den Rintelner Seminaroberlehrer Gellermann, während den Vorsitz der Amtsnachfolger Ditfurths, Landrat Dr. Erich Moewes, übernahm und damit die enge Bindung an den Landkreis erhalten blieb.
Wenig später, im Mai 1921, eröffnete die Schaumburger Zeitung mit der Herausgabe einer wöchentlichen Beilage unter dem Titel „Schaumburger Heimatblätter“ den Bestrebungen der Museumsfreunde eine ungemein wirksame öffentliche Plattform im gesamten Landkreis. Die Folge war die rasche Wiederbelebung des Vereins, insbesondere auch außerhalb Rintelns, wo jenseits der unmittelbaren, an die Kreisstadt gebundenen Museumsarbeit volkskundliche und historische und naturkundliche Forschungen aufgenommen oder intensiviert wurden.
Dieser verstärkten heimatkundlichen Arbeit außerhalb des Museums trug der Verein 1923 durch seine Umbenennung Rechnung. Der neue Name „Heimatbund der Grafschaft Schaumburg e.V.“ machte zudem deutlich, dass man im Vorstand gewillt war, den außerhalb Rintelns ansässigen Mitgliedern eine stärkere Eigenständigkeit zu geben. In Rinteln wollte man sich weitgehend auf die Koordination dieser Aktivitäten in Form eines Bundes beschränken.
Entsprechend wurden nun Ortsgruppen zugelassen, deren Bildung eine Mitgliederzahl von mindestens zehn Landrat MoevesPersonen voraussetzte. Diese Ortsgruppen konnten ihren Leiter selbst wählen, der als Bindeglied zum geschäftsführenden Vorstand die Interessen im Gesamtverein vertrat.
Diese für die Zukunft des Vereins wie auch des Museums entscheidenden Veränderungen vollzogen sich in einer dramatischen politischen und wirtschaftlichen Krisenzeit mit Hungersnot, Zwangsbewirtschaftung und galoppierender Inflation. Rückblickend entsteht der Eindruck, dass es vielleicht dieser Existenzkrise des Staates und seiner alten bürgerlichen Eliten bedurfte, um der Rückbesinnung auf Heimat und Tradition den besonderen Schub zu verleihen, der die folgenden Jahrzehnte prägte.
In den 1920er Jahren verstärkten zahlreiche neue, junge Mitglieder den Heimatbund, die zum Teil bis in die 1970er Jahre das Rückgrat des Vereins bildeten: Reinhold Börner, Friedrich Kölling, Walter Maack, Friedrich-Wilhelm Ande, Adolf Carlowitz, Karl Vogt, Friedrich Gerloff, Rudolf Feige, Paul Erdniß. Insbesondere Friedrich-Wilhelm Ande (zugleich Vorsitzender des Verschönerungsvereins und Kreisbeauftragter für Kultur) und Paul Erdniß (Kreisbeauftragter für Bodendenkmalpflege und Naturschutz) setzten in ihren Bereichen neue Maßstäbe, während die anderen vor allem durch Veröffentlichungen das öffentliche Bewusstsein für Kultur und Landschaft vertieften.
Bemerkenswert ist, dass die meisten dieser neuen Aktiven nicht selbst aus dem Schaumburger Land kamen, sondern sich als Zugezogene für Land und Leute interessierten und einsetzten.  Sie alle vereinte zudem eine bürgerliche, national-konservative Weltanschauung in schreibenden oder lehrenden Berufen, während Arbeiter, Handwerker oder Landwirte unter den Aktiven des Vereins und des Museums nicht zu finden waren.

Zu Beginn der 20er Jahre drückte noch die wirtschaftliche Not das Leben des Vereins. Ausdruck der Verzweiflung, aber auch des Beharrungswillens in dieser Zeit war die Mitgliederversammlung vom 11. Juni 1923, in der man hilflos und trotzig zugleich angesichts der Inflation eine Vertausendfachung der Mitgliedsbeiträge beschloss. Auch diese Erhöhung blieb angesichts der katastrophalen Entwicklung ohne Wirkung, so dass der Verein bis zu seiner ersten Generalversammlung nach der Währungsreform am 28. Juni 1924 de facto ohne Einnahmen auskommen musste.  
Erst jetzt kam es zu einer Konsolidierungsphase des Heimatbundes, die auch nicht ohne Auswirkungen auf das Museum blieb. Die wirtschaftliche Wiederbelebung Mitte der 20er Jahre, die für Rinteln mit dem Bau der Extertalbahn auch neue Prosperität im Fremdenverkehr brachte, ließ Überlegungen zur zeitgemäßen Neugestaltung des Museums reifen. 1927/28 wurden die Sammlungen unter der Regie von Dr. Wolfgang Scheffler aus Hannover neu geordnet und zeitweise in den Keller der Rintelner Aktienbrauerei ausgelagert.  Mit einem Kostenaufwand von 4.000 RM erhielt die vorhandene Dauerausstellung ein neues Gesicht, außerdem erschien im Verlag des Heimatbundes ein erster Museumsführer, der den Bestand ausführlich vorstellte.  Zu diesem Zeitpunkt teilte sich das Museum in neun Abteilungen, deren Untergliederung nicht zuletzt durch die verschachtelten Räumlichkeiten des Hauses bedingt war: In der so genannten „Halle“, der alten Diele des Hauses,  versammelten sich besonders repräsentative und raumgreifende Exponate wie Fahnen und Universitätskatheder, außerdem Trachten, Ofenplatten und Zunftbriefe. In der links davon angrenzenden „Bauernstube“ inszenierten Bauerntruhen, weitere Trachtenstücke, Spanschachteln zum Aufbewahren der Hauben, ein Bett und eine Wiege ländliches Leben des 18. und 19. Jahrhunderts. Durch eine niedrige Tür gelangte der Besucher von hier aus in die „Bauernküche“ mit Küchengerätschaften, Butterfass und Senfmühlen, um über eine winklige, steile Treppe die „Handwerksstube“ im Obergeschoss zu erreichen. Dieser Raum beschränkte sich im Wesentlichen auf die Darstellung der Textilherstellung und des Blaudrucks. Die „Empore der Halle“ wiederum zeigte Raritäten, wie Richtschwert, Folterwerkzeuge, aber auch die Waffen der Bürgergarde sowie Ausgrabungsfunde von der Amelungsburg. Das dort abzweigende „Bürgerzimmer“ versetzte den Besucher in die Biedermeierzeit. Lithographien von Rinteln, Stickereien, Porzellantassen, Leuchter und dergl. stellten bürgerliche Wohnkultur vor. Außerdem fanden sich hier die gesammelten Druckwerke aus der Universitätszeit und ein kleines „Münzkabinett“ mit alten norddeutschen Prägungen verschiedener Jahrhunderte. Im „Kunstgewerbezimmer“ lag der Schwerpunkt auf  kunstvollen Ofenplatten und -kacheln, Mörsern, Leuchtern, dem silbernen Schützenkleinod der Stadt Rinteln und dem zinnernen Abendmahlsgerät aus der Kirche in Hohenrode. Das „Geologische Zimmer“ stellte mächtige Ammoniten und Belemniten neben prähistorischen Säugetierknochen und geologischen Fundkarten dar. Schließlich widmeten sich „Krönerzimmer“ und „Dingelstedtzimmer“ der Erinnerung an die beiden bedeutenden Künstler des 19. Jahrhunderts. Völlig ausgeklammert blieb im Museum die neuere Geschichte der Industrialisierung. Das Leben der Arbeiterschaft fand keinerlei Berücksichtigung.
Trotz aller Bemühungen um eine angemessene Präsentation blieb der Besuch des Museums in den Zwanziger und Dreißiger Jahren mit selten mehr als 3.000 Besuchern im Jahr überschaubar. Zugleich lasteten mit 1.800 Mark Mietkosten erhebliche laufende Kosten auf dem Museumsbetrieb, so dass der Heimatbund immer unmittelbarer von Kreis und Stadt abhängig war.

In den zwanziger und frühen Dreißiger Jahren erfuhren die Sammlungen zwei bedeutende Zuwächse: 1924 überließ Justina Rodenberg dem Museum Teile des Nachlasses ihres Mannes, darunter auch Gegenstände aus dem früheren Besitz Dingelstedts, während die Sammlung an Briefen und anderen Autographen des Dichters durch gezielte Ankäufe weiter ausgebaut und 1931 auf Initiative des Heimatbundes das Dingelstedtdenkmal in Todenmann eingeweiht wurde. Im Jahr 1932 erwarb der Heimatbund die kostbare Sammlung des Mindener Antiquars Albert Marowski, bestehend aus 128 Dissertationen und Professorenschriften, außerdem alten Rintelner Drucken und Schaumburgensien wie den Werken von Spangenberg, Piderit, Dolle und anderen. Zur selben Zeit führte Paul Erdniß erste archäologische Grabungen auf der Amelungsburg und auf der Heisterburg im Deister durch. Allerdings wirkte sich in dieser Zeit bereits die wirtschaftliche Krise auf das Museum aus. 1931 beschloss der Stadtrat die Streichung des bereits auf 100 Mark gekürzten Förderbeitrags. Fortan war es damit ausschließlich der Landkreis, der den Museumsbetrieb noch finanziell unterstützte. Um die laufenden Kosten für die Miete im Voßschen Haus zu sparen, bereitete Moewes nun die Verlegung des Museums in die kreiseigene Eulenburg vor, in der mit der Schließung des dortigen Alumnats Räume frei wurden. 

Heimatbund und Museum im Nationalsozialismus

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Januar 1933 geriet auch der Rückhalt beim Landkreis ins Wanken. Landrat Dr. Moewes, ein Nationalkonservativer, blieb zunächst im Dienst, verweigerte sich aber der völligen Vereinnahmung durch die Nationalsozialisten.
Zugleich stand auch der Heimatbund unter ideologischem Gleichschaltungsdruck. Als Instrument diente hier der Niedersächsische Ausschuss für Heimatschutz in Hannover, der Dachverband der Niedersächsischen Heimatvereine, zu dem der Heimatbund allerdings noch nicht gehörte. Der Landesverband vollzog innerhalb weniger Wochen den Schwenk auf die völkisch-nationalistische Linie des NS-Regimes und eröffnete seinen Mitgliedern in seinem Jahresbericht für 1932/33 einen verstärkten Kampf „gegen den Zugriff einer volksfremden gleichmacherischen Unkultur“ . Noch Ende des Jahres wurde der Niedersächsische Ausschuss für Heimatschutz dem neu gegründeten „Reichsbund Volkstum und Heimat“ übertragen und ab Frühjahr 1934 in Personalunion durch den Landesleiter des „Kampfbundes für Deutsche Kultur“, Gauschulungsleiter Schirmer, geführt.
Die Eigenständigkeit der Heimatvereine in Niedersachsen ging nun zu Ende. Mit Datum vom 24. März 1934 erhielt Moewes ein Schreiben aus Hannover, wonach der Heimatbund bis zum 1. April dem Ausschuss für Heimatschutz beizutreten habe. Vereine, die den Beitritt verweigerten, so drohte das Schreiben, erhielten in Zukunft keine öffentlichen Beihilfen mehr, ihre Anregungen und Wünsche würden seitens der Behörden ignoriert.  Für den Heimatbund, insbesondere aber das Museum, stand nun die Existenz in Frage. Es war Zufall, dass innerhalb der gesetzten Wochenfrist die monatelangen Konfrontationen der NS-Führung gegen Moewes in der Suspendierung des Landrats gipfelten. Moewes legte alle Ämter nieder und ließ auch den Vorsitz im Heimatbund ruhen. Er unterließ entsprechend den Anschluss des Heimatbundes, der damit außerhalb der NS-Organisationsstrukturen blieb.  Mit dem Fortgang Moewes aus Rinteln übernahm der Schriftleiter der Schaumburger Zeitung, Reinhold Börner, kommissarisch die Geschäftsführung im Verein.
Die politische Deformierung der Heimatbewegung blieb nicht ohne Folgen für die Mitgliederstruktur. Durch eine Austrittswelle sackte die Mitgliederzahl des Heimatbundes Grafschaft Schaumburg von 1932 bis 1935 von 155 auf 109 ab – mit weiter fallender Tendenz . Aus einem von Gemeinsinn und der Freude an Heimat und Geschichte getragenen Zusammenschluss engagierter Bürger entwickelte sich bis zum Kriegsende ein durch den NS-Apparat überwachtes, zum Teil auch gelenktes Instrument der Blut- und Boden-Ideologie. Nach dem Ausscheiden des Vorsitzenden Dr. Moewes war der Heimatbund organisatorisch zunächst wie gelähmt. Zwar gingen die Aktivitäten des Vereins weiter, doch fehlte eine Perspektive für die Zukunft - die Generalversammlung 1934 fiel aus.
Es war Reinhold Börner, mittlerweile NS-Kreispropagandaleiter für den Bereich Presse , der 1935 die Aufgabe übernahm, die verzögerte Überführung des Heimatbundes in die Gliederungen des NS-Staates nachzuholen.
In einer am 20. Juni 1935 abgehaltenen Generalversammlung des Heimatbundes in Apelern gestand er die im Verein verbreiteten Widerstände gegen die NS-Dachorganisationen ein, plädierte aber für eine Beendigung dieser ablehnenden Haltung. Zugleich ließ er an der zukünftigen Marschrichtung keinen Zweifel aufkommen: Der Heimat- und Volkstumspflege sei im Dritten Reich eine Bedeutung zuerkannt wie nie zuvor. „Sie ist“ deklamierte er, „ein Stück nationalsozialistischer Aufbauarbeit nach dem Willen des Führers, die es wert ist, dass wir ihr unsere ganze Kraft und unsere ganze Liebe weihen! Heil Hitler!“
Doch außer mit pathetischen Worten konnte Börner auch mit Geld werben. 400 Mark außerordentliche Fördermittel waren aus Hannover für diesen Fall einer Gleichschaltung angeboten worden, außerdem stellte der Kreis weitere Räume in der Eulenburg in Aussicht. Die Versammlung hatte nicht die Kraft und wohl auch nicht den Willen, der Indoktrination Einhalt zu gebieten. Auch waren unter den verbliebenen Mitgliedern nun verhältnismäßig mehr, die der NS-Bewegung nahe standen oder näher rückten. Entsprechend wurde der Beitritt zu einem Dachverband beschlossen, allerdings zog man den „Deutschen Bund für Heimatschutz“ vor, der anders als der Niedersächsische Ausschuss für Heimatschutz nicht die offenbar im Verein unwillkommene Pflege des Volkstanzes und der Volksbühnenbewegung zur Pflicht machte. Darüber hinaus erfolgte eine Satzungsänderung, die die Wahlperiode des Vorsitzenden von drei auf fünf Jahre verlängerte. In diese von nun an nach dem Führerprinzip unanfechtbare Funktion wählte man Moewes´ Amtsnachfolger, den Landrat und Parteigenossen Oskar Funk.
Das Museum stand in dieser Zeit in einer schwierigen Phase. Einerseits brachte der Neubau der Jugendherberge in der Ostertorstraße verstärkt Jugendgruppen ins Museum, andererseits beeinträchtigte der Umzug den Betrieb. Seit 1934 befand sich bereits die geologische Sammlung in der Eulenburg, dann wurde unter fachlicher Beratung des Landesmuseums in Hannover der Umzug des Hauptbestandes begonnen. Der zügige Fortgang der Neugestaltung litt wohl auch unter der starken Inanspruchnahme der Aktiven durch eine Fülle anderer Aufgaben, die dem Heimatbund rasch wachsenden Einfluss in der Kulturarbeit im Landkreis sicherten.
Zu nennen wäre zunächst die ur- und frühgeschichtliche Forschung durch Paul Erdniß, der seit den frühen 20er Jahren durch professionelle Ausgrabungen und die gezielte Sammlung prähistorischer Funde den Landkreis zu einem Aushängeschild der Archäologie machte. Seine Grabungen am Krankenhäger Knickbrick, am Stierbusch in der Nordstadt wie auch am Brinkhof bei Engern erregten große Aufmerksamkeit. In seiner Funktion als Kreisbeauftragter für den Naturschutz dokumentierte Erdniß schützenswerte Landschaftsteile und bereitete die Naturschutzgebiete Aher Kämpe und Knickbrink vor. Unter der Ägide von Friedrich Gerloff wurde die Trachtenforschung auf eine wissenschaftliche und statistische Basis gestellt und mit einer Flurnamenkartei begonnen, während sich Friedrich Wilhelm Ande der Baudenkmalpflege, der Sicherung und Verzeichnung des wertvollen Rintelner Stadtarchivs und den Vorbereitungen für die propagandistisch inszenierte 700-Jahrfeier widmete. Zu diesem Anlass, bei dem das Museum wirksam in Szene gesetzt wurde, erschien auch die erste umfangreichere Publikation des Heimatbundes. 
Die Einrichtung des neuen Museums in der Eulenburg in nun insgesamt elf Räumen geschah wie bereits 1910 und 1927 unter Beteiligung des Landesmuseums in Hannover. Diesmal waren es der Museumspfleger und Archäologe Dr. Jacob-Friesen, unterstützt durch seine Kollegen Dr. Mosel und Dr. Rühle vom Landesmuseum, die die Raumkonzeption erstellten und die Zuwegung über den Josua-Stegmann-Wall durchsetzten.  Die Eröffnung konnte am 2. Oktober 1938 gefeiert werden, allerdings zogen sich verschiedene Ergänzungen und Nacharbeiten noch bis 1940 hin, als Museum und Heimatpflege bereits durch den Krieg mehr und mehr an Bedeutung verloren. 
Ab 1942 kam die Arbeit des Heimatbundes wie des Museums faktisch zum Erliegen, es fanden weder Generalversammlungen noch organisierte Veranstaltungen statt.
Schon bald musste das Museum auch räumlich zusammenrücken, weil einzelne Zimmer für Belange des Landkreises benötigt wurden, doch überstanden Haus und Sammlungen das Kriegsende unbeschadet. Die Einführung der neuen Kommunalverfassung und die Einsetzung eines Oberkreisdirektors im Herbst 1945 erforderten die Räumung weiterer Zimmer für eine Wohnung des Verwaltungschefs und schließlich die Reduktion auf zwei überfüllte Abstellräume. 1947 mussten auch diese letzten beiden Kammern für andere Zwecke genutzt werden, so dass die Objekte nun zunächst in der Turnhalle, dann auf dem Dachboden der kreiseigenen Oberschule für Jungen am Kollegienplatz ein notdürftiges Obdach erhielten.  Weil der Heimatbund 1945 nach dem Tod Andes und bei kriegsbedingeter Abwesenheit Walter Maacks in Rinteln keinen aktiven Fürsprecher mehr besaß und der Verein faktisch ruhte, verfügte die Kreisverwaltung eigenhändig und wenig sorgsam über das Museumsgut, das dabei einem erheblichen Schwund ausgesetzt war.  Es lässt sich nicht mehr genau rekonstruieren, welche Dinge damals zerstört wurden oder abhanden kamen. Es verschwanden offenbar alte Waffen, Münzen, Siegelstempel, eine kurhessische Posthalteruniform, ein Großteil des Trachtenbestandes, verschiedene Andenken aus dem 1. Weltkrieg, Uhren und anderes mehr.  Glücklicherweise handelte es sich nur in wenigen Fällen um wirklich unersetzliche Verluste.

Der Neubeginn 1948

Angesichts der prekären Lage der Sammlungen galt die erste Sorge des sich ab 1948 wieder konstituierenden Heimatbundes dem Museum und seinen Beständen. In der ersten Generalversammlung nach dem Krieg am 11. Dezember 1948 im Hotel Schaumburger Hof, Klosterstraße 35, mahnte Stadtdirektor Schulz als Vorsitzender eines „Vorbereitenden Ausschusses“ für die Neukonstituierung des Vereins die Sicherung und Bewahrung des kulturellen Erbes an. Auch wenn in absehbarer Zeit nicht mit der Bereitstellung geeigneter Räume durch den Kreis zu rechnen sei, müsse etwas geschehen: „Wertvollstes Kulturgut, unersetzliches Anschauungsmaterial für den heimatkundlichen Unterricht aller Schulen des Kreises ist ohne pflegliche Behandlung in Gefahr, allmählich zu verkommen. In Bückeburg, wo der Schaumburg-Lippische Geschichtsverein mit seinem Heimatmuseum nach dem Kriege sich in einer ähnlichen Lage befand, hat man einen Ausweg gefunden. Das Bückeburger Museum wird nach einem Umbau und nach Neuordnung der Sammlungen in allernächster Zeit wieder eröffnet werden. Sollte es nicht auch in der Grafschaft Schaumburg mit behördlicher und privater Hilfe möglich sein, dem Museum wieder ein Heim zur Verfügung zu stellen?“
Die anschließenden Vorstandswahlen machten Hoffnung. Für den Vorsitz stellte sich erneut der Verwaltungschef des Landkreises, diesmal Oberkreisdirektor Karl Müller, zur Verfügung. Mit Karl Vogt als Stellvertreter, Walter Maack als Schriftführer und Wilhelm Walter als Kassenwart übernahmen langjährig Aktive die anderen Vorstandspositionen.
Mit den Sozialdemokraten Müller und Schulz erfolgte erstmals so etwas wie eine Öffnung des Vereins nach links. Hatten bisher bei aller parteipolitischen Neutralität, die der Heimatbund stets wahrte, ausschließlich Konservative und Nationale im Verein den Ton angegeben, kam es nun zu einem Aufbrechen des alten Selbstverständnisses. Erstmals reklamierte in Rinteln auch die Sozialdemokratie den Heimatgedanken und die Aufgaben der Heimatvereine für sich, gleichzeitig wich bei den Bürgerlichen die Ablehnung gegen das Arbeitermilieu als Teil der gesellschaftlichen Wirklichkeit.
Schon in der ersten Generalversammlung wurde angesichts der mit Flüchtlingen und Vertriebenen überfüllten Stadt die gesellschaftliche Integrationskraft der Heimatbewegung beschworen. „Wir wollen“, proklamierte Rintelns Stadtdirektor Schulz, “den ihrer Heimat Beraubten helfen, in ihrer neuen Heimat Wurzeln zu schlagen, wir wollen ihnen helfen, unsere schöne Grafschaft Schaumburg kennen und lieben zu lernen.“ Auch Ministerpräsident Hinrich Wilhelm Kopf messe dieser Aufgabe hohe Bedeutung bei. Wesentliches Ziel müsse die gesunde Verwurzelung der durch Heimatlosigkeit und Not bedrohten Teile der Bevölkerung sein. 
Tatsächlich griff Schulz damit einen wichtigen Aspekt auf, der auch jenseits sozialdemokratischer Weltanschauung Rückhalt hatte. Schon seit seiner Gründung hatte der Heimatbund als ein Ort der Integration für Zugezogene, damals zumeist aus dem hessischen Kernland, gewirkt. Der letzte stellv. Vorsitzende selbst, Friedrich Wilhelm Ande, war gebürtiger Elsässer gewesen. Er hatte den Verein und das Rintelner Kulturleben maßgeblich geprägt und nicht zuletzt auf diese Weise selbst eine feste Bindung an Land und Leute gefunden. Unmittelbar vor Ende des Krieges starb er, als er versuchte, die Stadt vor sinnloser Verteidigung und Bombardierung zu schützen.

In den ersten Nachkriegsjahren des Heimatbundes standen neben dem Museum die gemeinsamen Bus- und Wanderfahrten im Mittelpunkt des Vereinslebens. Sie schufen ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl und wurden ab 1950 in den Wintermonaten durch gut besuchte „Klön-Abende“ ergänzt. Die Klönabende waren monatliche gesellige Zusammenkünfte, bei denen jeweils ein Referent ein heimatkundliches Thema vorstellte. Der 2. Vorsitzende Schulrat Karl Vogt machte den Auftakt mit einer Zusammenfassung des Briefwechsels zwischen Wilhelm v. Humboldt und Charlotte Diede, einer Pfarrerstochter aus Düdenhausen im Kalletal.
Diese und andere neue Aktivitäten des Heimatbundes bewirkten auch die Ausweitung der Mitgliederzahl. Sie stieg von 116 im Jahr 1950 auf  250 im Jahr 1957. Über die persönlichen Mitgliedschaften hinaus gelang es, fast alle Städte und Landgemeinden des Kreises als korporative Mitglieder an den Verein zu binden, sodass 1957 lediglich elf von 88 Kommunen im Landkreis nicht Mitglied im Heimatbund waren.


Die Neueröffnung des Museums im Münchhausenhof

Während das Vereinsleben schnell aufblühte, machte das Museum weiterhin Sorgen. Alle Versuche, neue Räume zu bekommen, scheiterten vor dem Hintergrund der katastrophalen Wohnungsnot. Als auch die Dachbodenkammern in der Oberschule zum 1.1.1951 geräumt werden mussten, eröffnete sich im letzten Augenblick - man hatte schon die Unterbringung außerhalb Rintelns erwogen  - die Möglichkeit, im Münchhausenhof in der Ritterstraße 29 eine Unterkunft zu finden, wo das ebenerdige Gewölbe des Untergeschosses genutzt werden konnte. Dieser etwa 80 m² große „Gartensaal“ war in mehrere Räume aufgeteilt, von denen nun der größte als Magazin und ein kleinerer als Büroraum diente. Auch im Treppenhaus konnten noch einige Vitrinen Platz finden, während ein weiterer, kleiner Raum sogar die Möglichkeit einer kleinen Ausstellung bot.
Den Umzug in den Münchhausenhof organisierte Dr. Rudolf Feige, für den Stadt und Kreis 1949 eine kombinierte Stelle als hauptamtlicher Kreisarchivpfleger und Museumsleiter eingerichtet hatten. Ihm kam die Aufgabe zu, die Bestände des Stadtarchivs zu sichern und mit dem Wiederaufbau des Museums zu Dr. Rudolf Feigebeginnen. Feige, geb. 1910, war ein leidenschaftlicher Historiker, der mit der Geschichte Rintelns und des Schaumburger Landes bestens vertraut war. Bis zu seinem Weggang nach Hameln 1956, wo er die Leitung des dortigen Stadtarchivs übernahm, sorgte er für einen professionellen Neubeginn der Kulturpflege in Rinteln. Auf seinen Einsatz geht auch die Rettung des wertvollen Münchhausenschen Gutsarchivs zurück, das zum Teil bereits zu Heizzwecken verfeuert worden war.
Im Dienst für den Heimatbund und das Museum sorgte Feige für eine Ordnung und Ergänzung der Sammlungen, für die der Heimatbund trotz der allgemeinen Not auch große Anstrengungen finanzieller Art auf sich nahm. Insbesondere die Bibliothek und die Grafiksammlung standen für Feige im Mittelpunkt. Beide wurden zu günstigen Konditionen durch zum Teil sehr wertvolle Drucke ergänzt. Außerdem galt es nun, die zum Teil auch bei Privatpersonen ausgelagerten Sammlungen in das Museum zurückzuführen. So hatte sich ein Großteil der eisernen Ofenplatten noch jahrelang in der Eulenburg in der Wohnung des Krankenhauschefs Dr. Lührs befunden. Schwierig gestaltete sich die Rückführung von zwei Krönerbildern, die der mittlerweile nach Celle verzogenen Interimslandrat Bruns, der 1945 bis 1947 in der Eulenburg gewohnt hatte, einfach seinem Privatmobiliar einverleibt hatte. Erst nach monatelangem Briefwechsel kamen sie wieder in den Besitz des Museums.
Am 6. Juni 1952 war es schließlich soweit, das Museum konnte wiedereröffnen. Mittwochs und sonnabends von 15-18 Uhr sowie sonntags von 10 – 13 Uhr waren die Sammlungen zu besichtigen, während und außerhalb dieser Zeiten konnten Führungen gebucht werde.

Um stärkere Aufmerksamkeit auf das Museum zu lenken, führte Rudolf Feige trotz der äußerst beengten Verhältnisse im Münchhausenhof erstmals mehrere Sonderausstellungen durch. Den Auftakt hatte die Zeltausstellung „Schaumburger Handwerk, Handel und Gewerbe in alter Zeit“ während der Schaumburger Leistungsschau von 1949 gemacht. Es folgten
Bilder von Willy Thom (1951), Werke von Anna Gehring (1953/54), eine Auswahl von Arbeiten verschiedener bekannter Schaumburger: Gemälde und Grafiken von Georg Osterwald (1953/54) und Emil Grimm (1954). Mit einer Münzausstellung in der Kreissparkasse (1956) schloss Feige seinen Ausstellungsreigen ab.
Dennoch blieb die Besucherresonanz bescheiden. In den frühen 1950er Jahren fanden jährlich nur rund 1.200 Neugierige den Weg ins Museum, Schulklassen ignorierten es fast völlig. Dennoch spielte das Museum auch in dieser Zeit für das Kulturleben in der Stadt eine wichtige Rollte, denn durch seine Sammlungen und durch die Reorganisation der Bibliothek, die ab 1952 für die Öffentlichkeit nutzbar wurde, erfuhr die stadtgeschichtliche Forschung eine neue Belebung. Die Schaumburger Zeitung setzte ihre Heimatblätter, die wesentlich aus dem Fundus des Museumsbestandes schöpften, ab 1951 wieder fort und gab der Neubelebung des Heimatbewusstseins nach dem Krieg ihr wirksamstes Forum.

Obwohl es im Laufe der Zeit gelang, durch Hinzunahme weiterer Abstellräume und auch des Archivhäuschens die Gesamtfläche für Museumszwecke auf 149 m² auszudehnen , blieb der Münchhausenhof ein Provisorium, so dass der Umzug in das kreiseigene Gebäude in der Brennerstraße 38 wie eine Erlösung erscheinen musste. Am 26. Juni 1957 konnte hier im rückwärtigen Teil des Gebäudes das Museum neu eröffnet werden. Wilhelm Holste, Museumsleiter 1957 - 1974
Der Wechsel in die Brennerstraße stand bereits unter der Regie des Deckberger Hauptlehrers Wilhelm Holste, der Rudolf Feige als Museumsleiter 1957 ablöste. Mit Holste, der auch die Führung des Stadtarchivs übernahm, folgte in der Leitung des Museums wieder ein engagierter und sachkundiger Ehrenamtlicher. Seine Prioritäten legte er auf Geschichtsforschung und Bibliothek, außerdem erwarb er zahlreiche volkskundliche Objekte.

Das Museum in der Brennerstraße

Mit der Neueinrichtung in der Brennerstraße vollzog Holste auch eine Erweiterung der Ausstellungsthemen. Während das Museum bis dahin in erster Linie ein Ort bürgerlicher Erinnerungskultur gewesen war, kam es nun auch zur Darstellung der Industriearbeit mit Einheiten zur Geschichte der Glashütte, der Zigarrenmacherei und der Schuhfabrikation im Gebiet von Hessisch Oldendorf. Zeitgeschichtliche Themen wurden nun ebenfalls aufgegriffen, so die Flüchtlingsbewegungen nach dem Krieg. Die Einrichtung eines Groß Wartenberger Zimmers stand im Kontext der Patenschaftsübernahme Schaumburgs für den Schlesischen Kreis im Jahr 1956.
Hinsichtlich der Tauglichkeit der Räume stand auch das Museumsgebäude in der Brennerstraße unter keinem guten Stern. Schon unmittelbar nach dem Einzug stellte sich heraus, dass die Räume nun zwar deutlich größer, aber feucht waren. Im Winter mussten sie daher unter erheblichem Kostenaufwand durchgeheizt werden – auch die Brennerstraße konnte daher nur ein Provisorium sein. In der Folge richteten sich die Hoffnungen auf einen Umzug der Stadtverwaltung in die Klosterstraße, um im Stadthaus, heute Bürgerhaus, ein ideales Obdach zu finden. Dazu kam es nicht, doch konnte ab 1962 eine im 1. Obergeschoss liegende Wohnung für Museumszwecke hinzugenommen werden.
Dem Jahr der Wiedereröffnung des Museums in der Brennerstraße folgte das Jahr des 50. Jubiläums des Heimatbundes, ein Anlass, zu dem sich der Verein in einer neuen Blüte präsentieren konnte. Der Festakt im Saal des Schaumburger Hofs in der Klosterstraße und vor allem die durch Holste organisierte Jahrestagung des Niedersächsischen Museumsverbandes in Rinteln sorgten für Aufsehen und Öffentlichkeitswirkung.

Der Überblick über die Vereins- und Museumsgeschichte muss hier vorläufig enden. Die Geschichte des Museums und seines Trägervereins in der politisch und wirtschaftlich turbulenten Zeit der ersten fünf Jahrzehnte zeugt vom Behauptungswillen der Heimatfreunde und von der bleibenden Bedeutung ihres Wirkungsfeldes für die Gesellschaft. Auch die zweite Hälfte des ersten „Heimatbundjahrhunderts“ sollte ihre Höhen und Tiefen erleben. Die kulturell sich immer weiter öffnende Wohlstandsgesellschaft und ihr wachsender Individualismus brachten neue Herausforderungen mit sich, die sich kaum weniger spannend in der Vereinsgeschichte spiegeln, als die frühen Jahrzehnte. Sie nachzuzeichnen soll einem späteren Zeitpunkt vorbehalten bleiben.

Stefan Meyer